29 Januar 2007

Von der Pünktlichkeit der SBB

Wie bereits geschrieben, pendle ich derzeit nicht mehr regelmässig. Letzten Freitag Abend war ich um 23 Uhr unterwegs nach Basel. Der Zug hatte - obwohl er pünktlich eingefahren ist - rund 20 Minuten Abfahrtsverspätung. Das alleine aber reichte nicht. Wegen der verspäteten Abfahrt musste der Zug einmal mitten auf der Strecke anhalten und hielt schliesslich ausserfahrplanmässig auch noch in Pratteln, damit gewisse Leute noch dorthin kamen. Schliesslich war ich fast eine halbe Stunde verspätet in Basel, d.h. fast um viertel vor ein Uhr morgens. Zum Glück kann ich Trams nehmen, die in Richtung Depot fahren - sonst hätte ich ein taxi nehmen müssen.

Bin nur ich es, oder kann es sein, dass die Pünktlichkeit der SBB in den vergangenen Jahren kontinuierlich schlechter geworden ist? Immerhin die Toiletten scheinen wenigstens wieder zu funktionieren.

12 Januar 2007

Milliarden statt Millionen...

Ja, der Giftschrank ist immer noch da - er hat seit seinem Zwangsdienst im November nicht mehr gepostet. Das liegt aber daran, dass er seither bis auf weiteres nicht mehr zu den Pendlern gehört. Doch voraussichtlich wird sich dies wieder ändern.

Letzten Dienstag jedoch war ich wieder einmal werktags tagsüber auf einer längeren Strecke unterwegs. Bern - Luzern, erste Klasse. Jeder, der diese Strecke schon mal gefahren ist, weiss, dass das dort eingesetzte Rollmaterial nicht zum neusten gehört, was die SBB zu bieten hat. Jedenfalls sassen mir gegenüber auf der anderen Gangseite zwei Damen mittleren Alters, die sich gedeckt in gepflegtem Englisch unterhalten haben. Offenbar lebt zumindest eine der beiden Damen in der Schweiz, denn sie schien sich gut auszukennen und sprach auch mit dem Kondukteur Deutsch. Nachdem sie die Toilette besucht hat, ereiferte sie sich doch sehr über deren - wie immer erbärmlichen - Zustand. Ihre Klagen schloss sie mit den Worten:

"... and they also raised the ticket fees. Why? So their CEO can earn billions instead of millions!"

Ich musste mir wirklich das Lachen verkneifen. Milliarden statt Millionen! Kennt der "rote Scheff" Weibel eigentlich solche Vorwürfe? Und wie steht er dazu? Einmal mehr Fragen über Fragen...

20 Oktober 2006

zwangspause

solothurn - bern

meine freunde des zynischen pendlerlebens, waehrend den naechsten wochen muss ich eine pause einlegen. ich muss meinen jaehrlichen zwangsdienst leisten. ergo hat es sich ausgependelt und -gebloggt fuer eine weile. es wird nicht voellige funkstille herrschen, schliesslich finden sich auch (gerade) im militaer unmoegliche zeitgenossen und andere angehoerige des prekariats. aber werktaeglich liegt nicht mehr drin. also, liebe z. vom h., fuer eine weile musst du mich nicht lesen. winke winke.

19 Oktober 2006

die trauen sich was

bern - solothurn

heute war ich beruflich bei unseren compatriots in der romandie. ein arbeitgeber mit zwei sitzen macht das ab und an noetig. jedenfalls hat sich heute in der ersten klasse und vor ort ein altes "vorurteil" wieder bestaetigt. die frauen im westen unseres landes kleiden sich einen tick anders: die absaetze sind einen tick hoeher, die roecke einen tick kuerzer, die ausschnitte einen tick tiefer und - die so gekleideten damen sind fuer diese mode oftmals auch einen tick aelter als hier. klischees koennen (achtung, wortwitz!) so schoen sein.

18 Oktober 2006

pendler-typologie 9: fleissiger student

bern - solothurn

natuerlich existiert auch ein maennliches gegenstueck zu unserer fleissigen studentin von gestern. der fleissige student also. er zeichnet sich aus durch seine gewollt nonchalante kleidung und einen ebensolchen habitus. einmal im abteil angekommen, packt er sein notebook aus - sollte es so ein unding von apple sein, nehmen sie es gelassen, diese komische firma sucht so verzweifelt nach kunden, dass sie ihr "produkt" an studenten geradezu verschenkt. aber zurueck zu unserem studenten. maximal 5 minuten tut er ernsthaft etwas. ein blick auf den bildschirm zeigt: er schaut a) einen - horribile dictu - heruntergeladenen film, zockt b) ein gamd oder schaut sich c) irgendwelche tittenfotos an. willkommen im leben.

17 Oktober 2006

pendler-typologie 8: fleissige studentin

solothurn - bern

der umbau ist beendet und - die uni hat mancherorts angefangen. man merkt es als schon laenger nicht mehr student vor allem an den wieder dazu gestossenen pendlern. die typische studentin der fleissigen sorte (gibt es andere?) betritt das abteil mit einer ueberdimensionalen handtasche - etwas anderes waere ja auch "mega doof" - aus der sie a) ein dickes buch und b) mindestens 10 leuchtstifte in allen farben heraus holt. umgehend beginnt sie mit lernen, d.h. sie markiert ungefaehr jedes zweite wort nach einem ausgekluegelten system mit einer bestimmten farbe. da frau aber nicht ewig studieren kann, nimmt sie a) nach 10 minuten das handy hervor oder b) schaut fuer die restliche fahrt traeumend aus dem fenster. manchmal c) verschwindet das buch auch wieder in der tasche und sie nimmt eines dieser frauen-/mode-/lifestyle-magazine in diesem kleinformat zur hand. manchmal, in solchen momenten, denke ich, die eva hat nicht ganz unrecht...

13 Oktober 2006

gemeinsam mit dem klassenfeind?

bern - solothurn

in meiner aufzaehlung von berufen letzthin fehlte eine wichtige gruppe. all jene, die einem am bahnhof oder so irgend einen vertrag andrehen wollen. genau solche habe ich heute am bahnhof in bern beobachtet. provenienz suedlich der alpen, gelfrisur, das ominoese polyester. aber halt, etwas stimmte da nicht! am stand und auf allen flyern war das logo der "syna" aufgedruckt. fuer unwissende: das ist eine gewerkschaft der medien"schaffenden". moment. langsam von vorne. in polyester gehuellte schleimbeutel vom typ handyverkaeufer machen promo fuer eine gewerkschaft? ja, haben wir auch bei den ewig-gestrigen sozialromantikern (= gewerkschaften) schon amerikanische verhaeltnisse? einer der typen sah jedenfalls aus, als sei er direkt dem film "goodfellas" entsprungen. sachen gibts.

12 Oktober 2006

Wenn man nicht lesen kann ...

Daheim

... sollte man wenigstens Piktogramme verstehen können! Heute schreibe ich ausnahmsweise nicht mobil, sondern daheim am Rechner. Der Grund dafür ist, dass ich heute - dem Umbau zum Trotz - eine erholsame Fahrt beabsichtigte und daher im Ruheabteil sass. Und genau da beginnt die Leidensgeschichte des Pendlers. Gut, auch ich pendle in der Regel mit gestöppselten Ohren und hacke auf meinem Handy herum. Aber: Ich tue das nicht im Ruheabteil. Und ich verstehe auch, dass die jüngere Generation E-Mails bereits als zu formell - sie erinnern an Schule und/oder Arbeit - begreift, während sich der grösste Teil meiner Generation immer noch nicht einig ist, ob E-Mails zu locker sind oder nicht.

Wofür ich aber kein Verständnis aufbringen kann, dass sind Teenies, die im Ruheabteil zu zweit Musik hören, gleichzeitig mit dem anderen Ohr telefonieren und dann auch noch pikiert tun, wenn man sie darauf aufmerksam macht, dass man sich in einem Ruheabteil befindet. Ja, ist denn der Giftschrank bereits derart verspiessert, dass er das tut? Nein. Vielleicht lag die Pikiertheit ja einfach auch nur an meinem Votum:

"Ich weiss ja, dass ihr nicht lesen könnt, aber die lustigen Bildchen da versteht ihr, ODER?!? Sch*** [...]!" [kann beliebig, je nach Präferenzen ergänzt werden; mein O-Ton zu nennen erlaubt die Sprachpolizei definitiv nicht.]

10 Oktober 2006

moden vergehen, stil bleibt

bern - solothurn

so oder aehnlich hat es ysl mal gesagt. dies ist die quintessenz eines stil-workshops, den ich heute abend im herren globus besucht habe. nicht, dass ich sowas noetig haette. im gegenteil, ich erfuhr kaum neues. aber wenn schon die weltwoche-redaktion bezahlt. danke uebrigens. nur am rande: wie, liebe weltwoche, vertraegt sich das damit, dass der referent bei der nzz das mode-ressort betreut? aber egal, darum geht es heute nicht.

der workshop hat mir einmal mehr in erinnerung gerufen, welche berufe der kleidung - die ja bekanntlich eben die leute macht - wegen absolutes no go sind (ungeordnet): verkaeufer bei mobilezone, interdiscount, swisscom, orange, sunrise, cablecom, allen kreditkartenfirmen, ... vokuhila mit feinstem polyester und bunten kravatten. abends dann im chuebue, duedue und lorenzini den minimalstlohn verprassen. wir verstehen uns.